Was die Türken gerne … ... sehen, hören und lesen

Kemal Çalik

Atatürks Erben. Die Türkei im Aufbruch (Ausgabe IV/2008)


Die ersten Filme entstanden in der Türkei schon in den 1920er-Jahren. Der Theaterschauspieler und Regisseur Muhsin Ertugul, der durch den deutschen Film und den sowjetischen Revolutionsfilm beeinflusst wurde, inszenierte rund vierzig Filme. Die Literaturverfilmung „Das Flammenhemd“ der Schriftstellerin Halide Edip Ad?var aus dem Jahr 1923 über den nationalen Befreiungskrieg (1919-1922) ist eines seiner wichtigsten Werke. Dem folgten später der erste türkische Tonfilm (1929) und der erste Farbfilm (1953).Weitere hochkarätige Filme entstanden Ende der 1960er- Jahre. Einer der herausragendsten Regisseure dieser Zeit war der Filmemacher Metin Erksan, der sich in seinen Spielfilmen mit dem Landleben beschäftigte. „Sommer ohne Wasser“ war der erste türkische Film, der 1964 auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Zwei Jahre zuvor war ein weiteres wichtiges Werk von ihm, „Die Rache der Schlangen“, in den Kinos gelaufen. Mit gesellschaftskritischen Arbeiten machte der Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Y?lmaz Güney internatio-nal auf sich aufmerksam. Seine bekanntesten Werke sind „Der Weg“, für den er in Cannes die Goldene Palme (1982) erhielt, „Hoffnung“ (1970), „Der Freund“ (1974).In den vergangenen zehn Jahren ist es dem türkischen Kino gelungen, gerade im kommerziellen Bereich wieder auf sich aufmerksam zu machen. Früher strömten Familien oder Paare in die Lichtspielhäuser, heute sind die Kinogänger vor allem junge Leute. Dieses Jahr sahen innerhalb von nur wenigen Wochen über 4,2 Millionen Zuschauer die Komödie über die beliebte Kunstfigur „Recep Ivedik“ („Recep Beeildich“). Damit überholte der Streifen (Bild) den in Deutschland heftig kritisierten Actionfilm „Tal der Wölfe“. Knapp dahinter folgen die Science-Fiction-Komödie „G.O.R.A“ und das Melodram „Mein Vater und mein Sohn“. Die letztgenannte Produktion war ein Überraschungserfolg und löste in den Familien heftige Debatten über die Zeit nach dem Militärputsch von 1980 aus.



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