Die Medikamente, die in Brasilien am meisten Umsatz bringen

Atatürks Erben. Die Türkei im Aufbruch (Ausgabe IV/2008)


1 Dorflex – Entzündungshemmer, Muskelentspanner: 116.525.000 US-Dollar
 
2 Cialis – Potenzmittel: 103.870.000 US-Dollar
 
3 Viagra – Potenzmittel: 87.483.000 US-Dollar
 
4 Neosaldina – Schmerzmittel: 87.374.000 US-Dollar
 
5 Tylenol – Schmerzmittel: 85.110.000 US-Dollar
 
6 Yasmin – Antibabypille: 76.069.000 US-Dollar
 
7 Lipitor – Cholesterinsenker: 67.363.000 US-Dollar
 
8 Sibutramina – Appetitzügler: 63.205.000 US-Dollar
 
9 Diovan HCT – Blutdrucksenker: 55.170.000 US-Dollar
 
10 Rivotril – Epilepsiemedikament: 51.921.000 US-Dollar
 
 
1 Muskelentspanner
In Brasilien und dort besonders in Küstenstädten wie Rio de Janeiro ist Sport eine beliebte Freizeitaktivität. Morgens füllen Jogger die Uferpromenaden, später zieht es zahllose Bewegungsfreunde zum Beach-Volleyball, Fußball oder Yoga an den Strand. Brasilien ist das Land mit der zweithöchsten Anzahl an Sportstudios der Welt. Bei großer Hitze oder Regen können die Sportler auf 12.682 Fitnessakademien im ganzen Land ausweichen. Für einen durchtrainierten Körper nimmt man auch mal einen Muskelkater oder kleine Verletzungen in Kauf. Mit Entzündungshemmern und Muskelentspannern werden sie wieder kuriert.
 
3 Potenzmittel
Auch in Brasilien ist Viagra bekannt und berühmt. Konkurrenz erhält es nur von Cialis, der Potenzpille der zweiten Generation, die schneller und länger wirkt als ihr Vorgänger. Hier scheint sich doch ein Klischee zu bewahrheiten: Impotenz mag für jeden Mann traumatisch sein – für brasilianische Männer ist es schlicht ein Tabu, an entscheidender Stelle Schwäche zu zeigen. Den traditionellen, auf Märkten feilgebotenen Pflanzenölen und Pülverchen aus Amazonien wird immer weniger Vertrauen entgegengebracht. Stattdessen verbuchen gleich zwei chemische Erektionshelfer riesige Umsätze auf dem brasilianischen Pharmamarkt.
 
8 Appetitzügler
In kaum einem Land der Welt wird so viel Wert auf das Aussehen gelegt wie in Brasilien. Sich dem nationalen Schönheitsideal anzupassen, bedeutet für Frauen neben der sportlichen Formung ihrer Rundungen auch die ständige Gewichtskontrolle. Da die brasilianische Ernährung sehr süß und fett ist – die klassischen Straßensnacks sind frittierte Teigtaschen, und selbst frisch gepresste Fruchtsäfte werden großzügig mit Zucker gesüßt –, greift so manch figurbewusste Frau gerne zu einem Appetitzügler. Viele Brasilianerinnen glauben an eine wundersame Gewichtsabnahme mithilfe von Medikamenten, die eigentlich zur Behandlung von Fettleibigkeit vorgesehen sind.
 

Quelle : IDUM – Instituto Brasileiro de Defesa dos Usuários de Medicamentos. Die Zahlen geben den Umsatz an, den Pharmaunternehmen im Jahr 2007 mit den jeweiligen Medikamenten erzielten.



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